Wenn du denkst da geht nix mehr.....


Wenn du denkst da geht nix mehr.....

Das Jahr geht wieder mal dem Ende entgegen, und da ich dieses Jahr nicht oft Zeit hatte, Angeln zu gehen, waren die Termine, wo ich wann zum Fischen gehen würde, genau geplant. Mein Ziel war ein ganz besonderer Fisch - ein weißer Spiegler mit dunklem Kopf.
Man hörte immer mal wieder von anderen, dass er gefangen worden war, und das als guter 40er. Ich fing das Jahr über auch gute Fische bis 22 Kg, aber der Weiße war mir nicht vergönnt. Wie gesagt, das Jahr ging nun langsam dem Ende entgegen, und ich hatte nur noch 2 Sessions geplant: die letzte Oktober- und die letzte Novemberwoche. Meine Hoffnung lag auf der Oktoberwoche, die sich dann aber als nicht so erfolgreich herausstellte, da die Fische das Fressen so gut wie eingestellt hatten. Da mein Urlaub nur bis Mittwoch ging, musste ich am Dienstag einpacken. Wie es nun mal so ist, hat mich an diesem besagten Mittwoch mein Kumpel Martin angerufen und mir gesagt, dass er ihn gefangen hat, meinen Zielfisch - und das als 50er!! Ich konnte es kaum fassen: ein Tag nachdem ich zusammen gepackt hatte, fingen die Fische wieder an zu fressen!! Arrrg!!!
Als die Zeit für die letzte Session kam, hatte ich wenig Hoffnung, da mir mein Kumpel Steffen, der bereits am See saß, berichtet hatte, dass die Wassertemperatur auf 6 Grad gefallen war und die Fische nicht richtig fraßen. Er hatte zwar welche gefangen, von Großen konnte aber nicht die Rede sein. „Na toll“, dachte ich, „mal wieder den richtigen Zeitpunkt erwischt!“ Ich lies mich aber nicht beirren, da das ja meine letzte Session werden sollte, auch nicht von denen, die meinten, bei den Temperaturen ginge ja eh nichts mehr. Ich wollte einfach noch einen schönen Saisonabschluss, egal ob ich was fangen würde oder nicht.
Als ich am See ankam, war es schon dunkel, und alles war mit dichtem Nebel überzogen. Ich lud mein Tackle in mein Boot und machte mich auf zu meinem Angelplatz. Die erste Nacht verlief ohne weitere Vorkommnisse. In der zweiten Nacht hatte ich einen schönen Schuppi mit 15,1 Kg - der Anfang war also gemacht.

Da der Schuppi im Freiwasser gekommen war, musste ich meine Taktik ändern. Steffen packte zusammen, und somit war ich allein am See und hatte freie Platzwahl, das bedeutete für mich aber auch Moven. Ich entschied mich für einen Platz, an dem ich sowohl das Freiwasser als auch eine kleine Bucht (indem sich die Fische im Sommer immer gerne aufhalten) befischen konnte. Mit dem Füttern hielt ich mich zurück- 8-10 Boilies + Stick Mix im PVA Sack. Die Rute platzierte ich im Freiwasser. Eine zweite Rute, die ich mit Groundbait, Minipellets und Hanf präpariert hatte, legte ich in die kleine Bucht. Gleich in der ersten Nacht auf dem neuen Platz meldete sich meine Freiwasserrute. Mein Delkim schrie als gäbe es kein Morgen. Ich nahm meine Rute, ab ins Boot und rüber zum Fisch. Als ich über ihm war, nahm ich langsam Kontakt auf. Der Fisch wollte aber nicht vom Boden weg, also musste ich mehr Druck aufbauen. Langsam näherte sich der Fisch der Oberfläche, und als ich ihn im Schein meiner Kopflampe sah, stockte mir der Atem. Ich sah einen riesigen weißen Spiegler. „Yes, ich hab ihn!“ schoss es mir durch den Kopf doch ein lautes Knacken stoppte meine Euphorie. Meine Rute war gebrochen! „Nein nein nein, jetzt blos nix falsch machen!“ dachte ich mir. Ohne Hektik und ohne großen Druck versuchte ich den Fisch wieder hoch zu bringen. Er zog jedoch unbeeindruckt von mir weiter seine Bahnen im See. Irgendwann hatte ich ihn dann aber doch in Kescher-Nähe, und als die Maschen seinen wuchtigen Körper umschlossen, konnte ich mir einen lauten Jubelschrei nicht mehr verkneifen. Als ich wieder an Land war und ein paar Bilder geschossen hatte, war es nun endlich an der Zeit ihn zu wiegen - ich traute meinen Augen kaum…




Ich hatte ihn, den weisen Spiegler, und das mit seinem Rekordgewicht von 27,2Kg!!!!
Mein Jahr ist nun vorbei, ich hatte gute und nicht so gute Sessions, aber die letzte werde ich wohl nicht so schnell vergessen! Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr und man sieht sich bestimmt auf eine der nun bevorstehenden Messen.
In diesem Sinne,Tight Lines

Thomas Müller