Laichzeit, Hop oder Top!

Noch immer leicht nervös von den Geschehnissen der letzten Minuten zünde ich mir eine Zigarette an. Einer der „Besseren“ Fische des Gewässers hatte gerade eben den Weg auf meine Matte gefunden.



Ich genieße den Augenblick und spüre wie die Anspannung von mir abfällt. Diesen Erfolg würde mir niemand mehr nehmen können. Gerade an Gewässern mit einem dichten Bestand ist es nicht immer einfach, die größeren Fische zu selektieren.



Dabei stand die Session an Anfangs unter keinem guten Stern. Die Wassertemperaturen des recht flachen Gewässers gaben einen deutlichen Fingerzeig***Laichzeit. Ein denkbar schlechter Moment, um auf die Rüssler anzusitzen. Trotzdem war ich voller Hoffnung den einen oder anderen Nachzügler vorm großen Liebesspiel abzufangen bzw. die Quickie-Fraktion nach dem Ablaichen mit Heißhunger im Bauch zu erwischen.



Meinen Angelplatz hatte mehrmals pro Woche mit Gorilla Baits #007 und Scottish Niggard vorgefüttert. Im Gegensatz zu vielen Huntern am See, die mit Futterbooten auf engsten Raum Futter abladen, wollte ich eine andere Taktik versuchen. An stark beangelten Gewässern, lernen die Karpfen schnell die kleinen, geballten Futterhäufchen mit Gefahr in Verbindung zu bringen. Darum fütterte ich eine große Fläche mit wenigen Ködern, die ich stark verteilte. Besondere Hoffnungen setzte ich dabei in den Scottish Niggard, der sich, ganz ohne Flavour und andere Künstlichkeiten, stark von den Ködern der Anderen unterschied. Auch die dezente, unauffällige Färbung sollte dazu betragen, dass die „Schotten“ den Weg ins Maul der Carps finden und nicht gefräßigen Wasservögeln zum Opfer fallen, die es an diesem Gewässer in Massen gibt.




Mit dem Wurfrohr verteilte ich alle paar Meter einige Boilies so dass anschließend eine Fläche von etwa einem halben Fußballfeld mit meinen Ködern bestückt war. Am Angeltag machte ich die Waffen scharf und wobei ich eine Rute mit dem „Geheimtipp“ #007 bestücke, der mir nach kurzem Warten dann auch den ersten Biss bescherte.



Scheinbar hatten wir mit unserem Futterkonzept, der Flächenfütterung mit Einzelködern plus innovativen Boilies den Geschmack der Karpfen getroffen, so dass weitere Runs folgten. Wir konnten die Tour mit 14 Fischen auf der Habenseite verbuchen, was für dieses Gewässer ein sehr gutes Ergebnis ist.

Max und Steffen