Herbsttaktiken

Die Tage werden kürzer, die Nächte werden kühler, die Badegäste werden weniger und die Karpfen werden hungriger. Für uns Karpfenangler beginnt jetzt die wohl beste Zeit des Jahres und ich möchte euch mit diesen Zeilen meine Vorgehensweise in den letzten 4 Monaten des Jahres etwas näher bringen.
Abhängig vom Gewässer kommen bei mir jetzt entweder große Futtermengen oder aber einfach nur die Fallensteller Taktik mit sehr wenig qualitativ hochwertigem Futter zum Einsatz.

Wenig, aber dafür sehr hochwertiges Futter!


In Seen in denen sich die Fische nur in bestimmten Arealen aufhalten und dort auch fressen, sind bei mir kleine Futtermengen rund um den Hakenköder erste Wahl. Das können 5-6 halbierte Boilies oder auch nur eine kleine Hand voll Partikel sein. Hier verwende ich gerne unsere Dips oder Booster um die Köder noch attraktiver zu machen. Bei den Partikeln kommt eine Schaufel unserer Pellets mit ins Kochwasser, das erhöht deren Lockwirkung und gibt eine schöne Futterwolke unter Wasser. Als Hakenköder ziehe ich normale Sinker oder ausbalancierte Köder , die ich mir aus Sinkern und Pop Ups zurechtschnitze, aufs Haar.

Fallen stellen


Die Sorten 007,333 oder 69 genießen hier mein vollstes Vertrauen. Die Montage halte ich so simpel wie möglich, ein Safety Clip mit 140g Grippa Blei, daran ein No Knot Rig gebunden aus ummanteltem Geflecht oder einfach aus durchgebundenem Mono bzw. Fluorocarbon benutze ich zu 95% und bin bisher immer gut damit gefahren.
Viel wichtiger ist mir das perfekte platzieren der Montage am Gewässergrund. Je besser man ablegt, um so mehr Fische fängt man ist meine Devise.
Hier sind die Übergänge von tiefem zum flachen Wasser sehr interessant oder auch die langsam absterbenden Krautfelder . Je besser man diese Stellen trifft umso erfolgreicher kann die Session werden. Hier können schon übertrieben gesagt wenige Zentimeter über Erfolg und Misserfolg entscheiden. Meine penible Art beim Ruten ablegen hat schon bei manchem meiner Angelpartner ein Grinsen und Kopfschütteln ausgelöst, aber davon lasse ich mich nicht beirren und ziehe meinen Stil weiter durch.

Wenige Zentimeter können entscheidend sein


In Gewässern in denen sich die Karpfen überall und nirgends aufhalten können und durch den ganzen See streifen um nach Nahrung zu suchen, ist ein gut angelegter Futterplatz meist die bessere Wahl. Hier suche ich mir Hotspots wie zb. Plateaus , Krautfelder oder langsam abfallende Kanten und baue mir dort einen Futterplatz über mehrere Tage bzw. Wochen auf.
Ich füttere normalerweis im 2 Tage Rhythmus mit größeren Mengen an Partikeln und Boilies an und kontrolliere regelmäßig ob das Futter auch angenommen wird. Das geschieht bei guter Sicht mit einem Spotfinder oder bei geringerer Sichttiefe mit einer Unterwasserkamera.

Die Falle hat zugeschnappt


Eine Montage kommt immer zentral auf den Futterplatz, die 2. Rute lege ich etwas abseits an den Rand der gefütterten Stelle. Die Montagen und Köder halte ich wie oben schon beschrieben.
So liebe Gorilla Baits Freunde, jetzt aber raus ans Wasser, der Herbst steht in den Startlöchern.

Maximalen Erfolg wünscht

Marco Müller