Frühjahrskarpfen- Ausdauer zahlt sich aus

Die Abiturprüfungen sind vorüber und so bleibt endlich wieder Zeit für die schönen Dinge, dazu gehört selbstverständlich das Angeln! Auch wenn wir lange auf den richtigen Saisonstart warten mussten, freuten wir uns nun umso mehr endlich ans Wasser zu kommen. Wir waren vor allem gespannt darauf die neuen #69 Boilies zu testen, von denen wir schon viel Positives gehört hatten, sie aber selbst noch nicht ausprobiert hatten.
Als Gewässer entschieden wir uns für einen kleinen Baggersee, an dem wir schon mehrmals geangelt hatten. Das hat viele Vorteile, gerade wenn man nicht viel Zeit hat, sich mit einem neuen Gewässer zu befassen und dieses ausführlich zu erkunden. Man kann auf die Erfahrungen der vergangenen Sessions zurückgreifen, d.h. zum Beispiel die Fressgewohnheiten der Fische einschätzen und die zur jeweiligen Jahreszeit fängigen Spots schnell ausfindig machen. Die Fahrt an unser Zielgewässer dauerte um die zwei Stunden, so blieb im Auto genug Zeit über unsere Strategie für die zwei kommenden Tage zu diskutieren. Was die Platzwahl betrifft, so waren wir uns schnell einig: Wir wollten eine Flachwasserzone von ca. 1,5 Metern Tiefe befischen.



Dort erwärmt sich das Wasser viel schneller als in tieferen Bereichen des Sees, weshalb wir vermuteten, dass sich die Fische dort aufhalten. Obwohl es schon einige sonnige und warme Tage gab, war die Wassertemperatur noch sehr niedrig, was bedeutet dass die Karpfen kaum aktiv sind und auch nur wenig Nahrung aufnehmen.
Am See angekommen, konnten wir es kaum erwarten, unsere Ruten auszubringen. Leider war es schon sehr spät und wir mussten uns beeilen, unsere Köder ins Wasser zu bringen ehe es dunkel wurde. Als Hakenköder kam erstmals der #69 Boilie in einer Größe von 16mm zum Einsatz. Der Boilie hat vor allem zwei Eigenschaften, die bei kaltem Wasser von Vorteil sind: Aufgrund der hohen Löslichkeit auch bei kalten Wassertemperaturen beginnt der Boilie schnell unter Wasser zu arbeiten und wird so besonders attraktiv. Außerdem ist der Boilie visuell äußerst auffällig: Die Farben schwarz und weiß bilden einen Kontrast, der die Neugier der Karpfen weckt. Das ist bei kaltem Wasser sehr wichtig, da die Karpfen oft beißfaul sind und man die Fische unter anderem durch visuelle Anreize zum Biss verleiten kann.
Die erste Nacht verlief leider ruhig, was uns aber auch nicht so sehr wunderte. Schließlich hatten wir unsere Köder aufgrund des Zeitdrucks recht hektisch ausgebracht und außerdem war es nachts sehr kalt. Am nächsten Morgen hatten wir allerdings jede Menge Zeit uns Gedanken zu machen und diese auch in Ruhe umzusetzen. Vor allem das Thema „Füttern“ beschäftigte uns. Gerade im Frühjahr entscheidet die richtige Menge an Futter über Erfolg oder Misserfolg. Grundsätzlich gilt bei kalten Wassertemperaturen immer: Weniger ist mehr! Wir verzichten deshalb darauf kiloweise mit Boilies anzufüttern, sondern bringen dafür wenig aber dafür ganz gezielt Futter ein. Wir arbeiten im Frühjahr gerne mit PVA-Beuteln. Diese befüllen wir mit Tigernuss- oder Heilbuttpellets und halbierten oder geviertelten Boilies der Boiliesorte, die auch als Hakenköder zum Einsatz kommt. Zwar könnt Ihr mit einem PVA-Beutel nicht viel füttern, die Menge ist zu dieser Jahreszeit allerdings völlig ausreichend und das Futter ist direkt um den Hakenköder verteilt. Schließlich wollt ihr die Fische ja nicht zu sehr sättigen.

Das richtige Futter ist im Frühjahr elementar wichtig


Gerade bei kalten Wassertemperaturen ist es wichtig, das Futter besonders attraktiv zu machen. Deshalb verwendeten wir „The Cloud“ in der Geschmacksrichtung „fish“, welches unter Wasser eine verführerische Wolke bildet und so die Neugier der Fische weckt. Durch die PVA- Veträglichkeit von „The Cloud“ konnten wir dieses problemlos zu unseren Pellets und zerkleinerten Boilies in den PVA-Beutel geben.

urch die PVA- Veträglichkeit von „The Cloud“ konnten wir dieses problemlos zu unseren Pellets und zerkleinerten Boilies in den PVA-Beutel geben.


Doch leider verliefen auch die kommenden Stunden ohne Biss. Als auch die Nacht ohne Aktion verlief, machten wir uns am nächsten Morgen weiterhin Gedanken, ob wir wirklich schon alle Möglichkeiten ausgeschöpft hatten. Doch diese Gedanken wurden durch einen Vollrun zerrissen. Schnell an die Rute, und tatsächlich hing er nun, der erste Karpfen des Jahres! Als er dann im Kescher lag, war die Freude besonders groß. Mein erster Karpfen des Jahres und dann gleich so ein guter Fisch!

Der erste Fisch des Jahres


Der schöne Spiegler bestätigte, dass unsere Taktik aufgegangen war. Der neue #69er Boilie hat gezeigt, dass er auch bei sehr niedriger Wassertemperatur seine Fische fängt und mit dem entsprechenden Dip aufgepeppt, hat man gerade im Frühjahr sehr gute Fangchancen. Zufrieden packten wir zusammen und machten uns auf den Rückweg. Das Wochenende hatte umso mehr gezeigt, dass sich volles Vertrauen in die Köder sowie Ausdauer am Wasser auszahlt und belohnt wird.



In diesem Sinne wünschen wir allen eine gute Zeit am Wasser!
Robin und Tim