Französischer Mai

Schon seit Wochen fieberte ich auf den ersten Mai hin. Eine Woche in Frankreich stand auf dem Plan. Ein kleinerer sehr stark befischter Baggersee, den ich schon mehrere Male befischt habe, war mein Ziel.
Durch den starken Angeldruck sind die Fische hier einiges gewohnt und man muss sich immer wieder was Neues einfallen lassen um unsere schuppigen Freunde zu beeindrucken.
Insbesondere auf hochwertige Köder und ein präzises Ablegen der Montagen lege ich gerade hier sehr viel Wert und das wurde auch schon des Öfteren mit wunderbaren, kampfstarken und gewichtigen Fischen belohnt.
Am Angelplatz angekommen, wurde erst mal ne kurze Lagebesprechung mit meinem Angelpartner Sven abgehalten. Sven entschied sich die linke Seite unserer kleinem Landspitze zu befischen, also blieb mir die rechte Seite um mich zu entfalten.
Da in dem Bereich den ich befischen konnte 2 Bäume im Wasser lagen, wollte ich erstmal diese Hot Spots befischen.
Die erste Rute kam vor den einen Baum auf ca. 5m Tiefe. Als Hakenköder diente mir ein #69 ausbalanciert mit einem kleinen Pop up. Darüber verteilte ich eine Hand voll halbierte Boilies und eine kleine Portion von unseren Banane/Fisch Pellets.



Da ich nicht wusste ob unsere Zielfische in Fresslaune waren, kam nur eine kleine Futtermenge zum Einsatz. Von vorherigen Trips wusste ich, das größere Futteraktionen hier am See eher abschreckend auf die Fische wirken.
Die 2. Montage landete vor dem anderen Baum, hier war das Wasser nur ca. 2,5m tief. Köder war hier ein 16mm #333 Boilie bestehend aus 2/3 Bodenköder und 1/3 Pop up. Auch hier sehr wenig Beifutter in Form von halbierten und geviertelten Boilies und ein wenig Partikelmix.



Da ich hier mit 3 Ruten fischen konnte, suchte ich mir für diese Falle eine Kante am Übergang vom tiefen zum flachen Seeteil. An der Montage sollte ein 16mm Yellow Devil gespickt mit einem Fake Maiskorn seine Arbeit verrichten.
An dieser Stelle wollte ich etwas mehr Geschmack ins Wasser bringen und mischte mir einen schönen Groundbait mit verschiedenen Partikeln, Pellets, gecrushten Boilies und Boostern aus der Gorilla Baits Range an. Daraus formte ich lose ein paar Futterballen die großflächig um den Hakenköder verteilt wurden.



Jetzt hieß es erst einmal warten und man konnte in aller Ruhe das Camp aufschlagen und sich etwas Feines zu Essen machen, man hat ja schließlich auch Urlaub.



Da es hier am See wichtig ist so wenig Unruhe wie möglich zu machen sollte man auf jede unnötige Bootsfahrt oder Futteraktion verzichten. Jede Störung wird die Fische verschrecken und sie stellen das fressen ein.
Die Hakenköder sollten so gewählt werden, dass sie gut arbeiten und dabei noch mindestens 24 Stunden am Haar halten und für die Fische attraktiv sind.



Hier kann ich mich auf die von mir eingesetzten Köder mit ihren hochwertigen Zutaten voll und ganz verlassen.
Es dauerte dann auch fast 24 Stunden bis zum ersten Signal der Bissanzeiger, die Rute am Baum im Flachwasser wollte bedient werden.
Kurz darauf landete ein schöner Schuppi im Netz. Der Anfang war gemacht.



Ich nutzte die Unruhe durch den Drill und brachte alle Montage neu aus für die 2. Nacht.
Das Wetter änderte sich, der Luftdruck schoss in die Höhe und für die nächsten Tage war Sonne satt angesagt. Die 2. Nacht und der Tag darauf blieb es ruhig, man sah keinerlei Aktion auf oder im Wasser, keine springende, buckelnde oder gründelnde Fische, einfach tot.



Am frühen Morgen des 4. Tages, es wurde gerade hell, war es wieder die Rute vorm Baum im Flachwasser die mich durch einen Piep aufhorchen lies. Ganz langsam bog sich die Rutenspitze und da begann auch schon der Tanz. Auf biegen und brechen musste ich versuchen den Fisch so schnell wie möglich von den Hindernissen im Wasser weg zu dirigieren, was mir schließlich auch gelang. Als der Fisch langsam aber stetig Richtung Freiwasser zog konnte ich die Bremse etwas lösen. Mein Gefühl sagte mir das ich nun wohl einen richtig Guten Fisch an der Leine habe und so ging ich kein Risiko ein und stieg ins Boot um den Fisch im Freiwasser auszudrillen. Ein kleiner Klappanker half mir das Boot im neutralen Bereich zu verankern und so konnte ich den Fisch in Ruhe ausdrillen, ohne Angst das er in eines der zahlreichen Hindernisse entkommt bzw. mein kleines Schlauchboot als Spielball benutzt. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnte ich den Fisch endlich über den Kescher ziehen und mein Gefühl hatte mich nicht getäuscht, ein Schuppi breit wie mein Futtereimer stand da in meinem Kescher.



Das Wetter war jetzt stabil und auch die Bissfrequenz steigerte sich langsam. Ich konnte den Rest der Woche nun regelmäßig Aktionen verzeichnen und auf alle Ruten ein paar Fische fangen.








Auf jeden Fall ein gelungener Trip denn auch mein Angelpartner Sven konnte die Woche über ein paar sehr schöne Fische überlisten.



Gruß Marco Müller