Das erste mal .....

Vor 4 Wochen saß ich noch auf meinem Sofa und sah aus dem Fenster. Mich blendete es so stark, dass ich eine Sonnenbrille gebraucht hätte. Schuld war nicht wie vermutet die Sonne, sondern Schnee. Karpfen im Schnee zu fangen ist zwar auch eine geile Sache, aber bei Temperaturen im zweistelligen negativ-Bereich und einer satten Eisdecke war lediglich an Fischstäbchen zu denken. Die genehmigte ich mir dann auch gleich mal zusammen mit Kartoffelbrei. Das war lecker, aber meine Sehnsucht nach Fischen wurde dadurch immer stärker. So lange hätte ich mir den Winter nicht gewünscht. Eigentlich wollte ich lange unterwegs gewesen sein. So musste ich mir die Zeit mit Vorbereitungen vertrösten. Jens Scholz erzählte mir von der neuen Boiliesorte 333 und dass diese sein vollstes Vertrauen genießt. Da ich im letzten Jahr schon gute Erfahrungen mit den Ködern von Gorilla Baits gemacht hatte, wagte ich einen Versuch und bestellte mir „den Schatz des Gorillas“. Besonders interessierte mich, ob der hochdosierte Muschelextrakt ins Schwarze treffen wird. Mit dem 007 konnte ich ja bereits einige Fische überreden, aber die dicke Mutterkuh namens Helga blieb bisher aus.

Der letzte Fisch von 2012 - gefangen mit 007!


Sobald der See aufgetaut war, untersuchte ich den Bereich, der mir am idealsten erschien. Es ist ein Übergang vom tiefen zum flachen Wasser. Zum Glück hatte das Kraut ordentlich was abbekommen und stand nicht mehr so dicht. Ich konnte dadurch einige krautfreie Bereiche ausfindig machen und fütterte ganz langsam vor. Etwa 3 mal pro Woche brachte ich zwei Hände voll scottisch Niggard und jeweils eine Hand voll 333 und 007 ein. Immer wenn ich vorfüttere strecke ich meine Köder mit den scottisch Niggard. Bei denen stimmt der Preis und ich weiß, dass lediglich die Zutaten raus gelassen wurden, die den Preis unnötig in die Höhe treiben. Von Konservierungsstoffen halte ich sowieso nicht viel. Nach zwei Wochen konnte mich dann auch niemand mehr halten und ab ging es zum Wasser. Trotz einiger Angler am See war meine Stelle noch zu haben. Die Wassertemperaturen waren zwar schon etwas gestiegen und um die 10 Grad, aber ich behielt mein Schema bei. 4 Hände Futter auf 2 Ruten. Alles recht unkompliziert, aber sauber auf den Spot gebracht. Von Jens hatte ich auch zwischenzeitlich erfahren, dass er wieder aus Frankreich zurück ist. Der 333 hatte ihm zwar nicht den schwersten, dafür jedoch die meisten Fische gebracht. Gute Nachrichten also! Mein Wetter hier war anscheinend ganz ähnlich, wechselhaft und stark windig. Ich war mir nicht sicher, ob die Fische auch hier schon in Bisslaune. Starker Wind hat mir aber meist gute Stunden beschert. Und so war es auch diesmal. Nach einem heftigen Drill durch die restlichen Krautfahnen konnte ich bereits in der ersten Nacht den ersehnten Schuppi fangen. Er hatte immer noch beachtliche Maße und beim Wiegen bestätigte sich mein Verdacht. Neuer PB für mich :-) Meine Ruten hatte ich mit 007 und 333 beködert und die vermutlich dickste Dame des Sees schnappte sich doch tatsächlich den 333. Das war meine erste Nacht und mein erster Fisch mit der Goldkugel. Das werde ich wohl so schnell nicht wieder vergessen. Am zweiten Morgen gesellte sich noch ein zweiter Fisch in mein Fangbuch. Alles in allem war ich für diese widrigen Bedingungen hoch zufrieden und hatte einen geilen Saisonstart.

Die dicke Helga - beim ersten Versucht mit 333!


Er bevorzugte den 007!



Immer dicke Fische wünscht Euch Steffen Beinroth (BeiNo)