Cold Water Callenge

Cold Water Challenge

Wenn das Wasser wärmer wird und das Liebesspiel unserer beschuppten Freunde noch bevor steht, sieht die Taktik bei den meisten Karpfenanglern ähnlich aus. Man versucht durch das Weglassen von Partikeln, Pellets und Grundfutter die kleinen Fische aus zu selektieren. Im Frühjahr jedoch sind es genau diese Komponenten auf die es ankommt, denn wenn die Wassertemperatur noch im Keller ist, freut man sich über jede Aktion und über jeden Fisch. Der Geburtstag eines Freundes kommt da sehr gelegen, denn er beschließt selbigen am Wasser mit noch einem Freund und mir zu verbringen. Grund genug um eine kleine Challenge in Freundschaft auszutragen. Das interessante an der Sache ist, dass man auch mitbekommt wie andere bei diesen Bedingungen an die Sache herangehen und mit welchen Mitteln und Tricks sie arbeiten. Voll motiviert düse ich mit beladenem Auto meinem Ziel entgegen. Der See an den es geht, habe ich noch nie befischt, während sich die anderen beiden Jungs dort schon die ein oder andere Nacht um die Ohren gehauen haben. Ein Nachteil für mich war das jedoch nicht, denn wir haben die Plätze ganz Fachmännisch mit „Schnick-Schnack-Schnuck“ ausgelost. Das Wettrüsten beginnt und schon nach kurzer Zeit war klar, dass die Meinungen was die Nahrungsaufnahme der Rüssler bei kaltem Wasser betrifft doch etwas auseinander gehen.


Marc setzt auf kleine Maispelletts und große 20mm Premium Hallibut Pellets. Als passenden harten Gegenpart dazu, kommen noch eine Hand voll Tigernüsse mit ins Futter, um zu gewährleisten, dass auch was für die Carps übrig bleibt. Um dem ganzen noch mehr Attraktivität zu verleihen, wird alles noch mit einem Schuss Tigernussmilch verfeinert.

Die Tigernussmilch sorgt für eine verführerische Wolke unter Wasser


Sie ist eine gereinigte Version des Schleims den gekochte Tigernüsse nach einer gewissen Zeit umgeben. Mark hofft, dass durch das milchig werden des Wassers, die Karpfen angeregt werden nach mehr fressbarem zu suchen. Als Hakenköder soll der leicht würzige 007 den Erfolg bringen, der auch bei kaltem Wasser hervorragend arbeitet. Getoppt mit dem passenden Pop Up hat er auch noch einen visuellen Reiz geschaffen. Der 007 Stickmix rundet alles noch perfekt ab und sorgt zusätzlich noch dafür, dass die Montage verhedderungsfrei auf dem Spot landet und die Hakenspitze frei ist. Die zweite Rute bekommt auf das Futter abgestimmt eine Tigernuss verpasst und beide Montagen werden auf der anderen Seite, am Steil abfallenden Ufer auf einem Kompakten Platz angeboten.

Challenge-Rig von Marc


Christian, das Geburtstagskind vertraut auf eine andere Taktik. Er Schwört auf den Pellet Cocktail. Die unterschiedliche Größe und Lösezeit dieser Pellets sorgen für einen attraktiven Futterplatz über einen längeren Zeitraum. Als Köder entscheidet er sich für den VIP Fisch am Haar. Dieser Boilie hat eine sehr gute Grundhärte und kann somit ohne weiteres auch mal für 24 Stunden auf dem Spot verweilen, ohne von Weissfischen zerlegt zu werden. Als Ergänzung dient ihm ein Niteglow Corn von Enterprise Takle, welches mittels eines UV-Sticks aufgeladen wird und somit über einen längeren Zeitraum unter Wasser leuchtet.

Der Pelletcocktail soll es für Christian richten...


Während Marc und ich beim Location machen auf das Schlauchboot vertrauen, möchte Christian so wenig wie möglich Bewegung auf seinen Plätzen haben und packt seine Montage mit Futter in sein Baitboat.

Das Ausbringen des Futters und der Montage mit dem Baitboot


Was meine Strategie betrifft, ich versuche meinem Futterplatz etwas Leben einzuhauchen. Ich bevorzuge bei kaltem Wasser Grundfutter und als Highlight dienen mir Maden die ich dem allen noch hinzufüge um für die nötige Bewegung auf meinem Platz sorgen.

Maden sorgen für etwas Bewegung auf meinem Futterplatz


Im Vergleich zu den anderen beiden Jungs, die eine fischige Variante wählen, entscheide ich mich für den süßen Rising Strawberry, den ich halbiere und zwei Fakemaden als Ergänzung aufsetze. Der Boilie ist ein optimierter Milchmix und spielt durch seine hohe Löslichkeit der Milchbestandteile seine Trümpfe auch im kalten Nass aus.

Ein halber Rising Strawberry mit zwei Fakemaden soll für mich den Fisch ans Band bringen


Bei der Spotwahl entscheide ich mich nicht für den Präsentierteller. D.h. es muss nicht immer ein Plateau sein. Um diese Jahreszeit macht es manchmal auch Sinn, sich für die Windabgewandte Seite von einer Kiesbank zu entscheiden und seinen Köder dort zu platzieren. Die Ruten liegen und bei einer gemütlichen Flasche Bier herrscht reger Diskussionsbedarf was das Vorgehen der Einzelnen betrifft. Doch noch bevor wir zum ersten Schluck ansetzen, meldet sich der Bissanzeiger vom Geburtstagskind. Etwas ungläubig stürmen wir aus dem Zelt um nachzuschauen! Kann das sein??? Nach so kurzer Zeit??? Ja! Tatsächlich, es stand niemand an der Rute der sich einen Scherz erlaubte, anscheinend konnte es einer der Schuppenträger kaum erwarten den VIP Fish mit dem interessanten leuchtenden Mais einzusaugen und so lag nach sehr kurzer Zeit Christians Geburtstagsfisch auf der Matte.

Der Geburtstagsfang


Hier hat mit Sicherheit auch das Baitboot eine Rolle gespielt. Dann bekommen wir etwas länger Zeit um selber etwas flüssige und auch gegrillte Feste Nahrung zu uns zu nehmen. Erst mit Einbruch der Dunkelheit kann auch Marc den ersten Fisch verbuchen.

Klein aber fein. Nr.1 für Marc


Der etwas kleiner war aber immerhin Fisch. Und während ich mit meiner Madentaktik zuerst mit einem kleineren Karpfen oder einer Brasse gerechnet hatte, wurde ich nachts eines besseren belehrt und konnte einen kompakten Spiegler-Bullen zum Landgang überreden.

Dieser Spiegler-Bulle brachte mich nach der ersten Nacht in Führung


So konnten wir alle 3 mit dem angenehmen Gefühl etwas auf der „Haben-Seite“ zu haben ins Bett gehen.
Am nächsten Morgen, bekamen wir eindrucksvoll zu spüren was ein wenig Sonne und der Wind doch für Auswirkungen auf die Fische haben. Seither lag es mir fern bei solchen Wassertemperaturen von regelmäßigen Bissen zu reden, aber Marc, der im flacheren auf ca.1,50m fischte und dann auch noch der Westwind auf sein Ufer stand, konnte in einem Zeitraum von 5Stunden 4 Fische auf die Matte legen und beginnen etwas über die Ködergröße zu selektieren.

Beifang kommt bei dieser Futtertaktik natürlich auch vor


Jetzt konnte man regelrecht sehen wie das Gewicht der Fische nach oben ging. Die Taktik ging auf und Marc verzichtet auf lösliches Futter. Als Krönung kann er noch einen tollen makellosen Spiegler ins Netz bugsieren, was ihn zum Sieger der Challenge machte.

Der dunkel gefärbte Spiegler brachte Marc den Sieg


In der Nacht durfte auch Christian nochmal ran und stockte seine Fangstatistik nochmal auf.

Christian kann in der zweiten Nacht auch noch einen Fisch auf die Matte legen


Und auch ich konnte kurz vor dem einpacken einen tollen Spiegler für ein Foto begeistern. Ein amüsantes Wochenende geht zu ende und wir haben beschlossen den Geburtstag nächstes Jahr zu nutzen um eine Cold Water Challenge Teil 2 auszutragen! Ich wünsche euch eine Erfolgreiche Saison 2016.

Kurz vor dem einpacken einem Rising Strawberry und zwei Fakemaden zum Opfer gefallen



Team Angelzentrale Herrieden
„Kirschi“